In 10 einfachen Schritten zur perfekten Schultüte

Seit Jahrhunderten macht man deutschen Kindern den ersten Schultag mit Süßigkeiten schmackhaft, die man ihnen in einem besonderen Behältnis darreicht, der Schultüte.

Ursprünglich erzählte man den Kindern, im Keller des Lehrers wächst ein Zuckertütenbaum, und wenn die Früchte groß genug sind, ist auch das Kind reif für die Schule. Der Lehrer überreichte die Tüten, prall gefüllt mit Süßigkeiten und Trockenfrüchten feierlich am ersten Schultag.

Industriell gefertigte Schultüten gibt es inzwischen auch schon seit mehr als hundert Jahren. Es ist also weder Schande noch untraditionell eine fertige Tüte zu kaufen. Eine hübsche, personalisierte Schultüte gibt es hier*.

Wenn du aber wirklich Lust hast, eine eigene Schultüte zu machen, bekommst du hier von mir eine Anleitung, die du mit oder ohne Kind ganz einfach nachbasteln kannst.

Material
Anleitung

1 – Falte den Rohling an den vorgeprägten Falzlinien und schiebe die Kartonlaschen in die vorgeschnittenen Schlitze ein. Verklebe alle Überschneidungen sorgfältig, damit die Schultüte robust genug für die vielen Geschenke ist und nicht im entscheidenden Moment zerfällt.

2 – Schneide von der Krepppapierrolle ein 10 cm breites Stück ab. 40 cm brauchst du für den Verschluss, 10 cm für die Randverzierung. Mein Kind bestand auf zwei verschiedene Farben, was auch absolut legitim ist. Den Rest kriegt man problemlos verbastelt.

3 – Das schmalere Papier raffen und in kleinen Abständen zusammenheften. Dabei immer wieder einpassen, damit die Länge auch der Größe der Tütenöffnung entspricht.

4 – Bestreiche den inneren Rand des Rohlings abschnittsweise mit Heißkleber, lege das Krepppapier ein und drücke es an. Immer ein Abschnitt nach dem anderen, damit der Kleber nicht vorzeitig eintrocknet oder zu viele Fäden zieht.

5 – Nun wiederholst du die Schritte 3 und 4 mit der breiten Rolle Krepppapier – die ist der Verschluss für die Schultüte.

6 – Jetzt kannst du das Papier gerade oder in Mustern einschneiden. So kannst du z.B. auch Feuer, Seetang, Wellen oder Eiszapfen imitieren.

7 – Natürlich darf ein Motiv nicht fehlen. Um das Lieblingsthema deines Kindes aufzugreifen, gibt es viele Vorlagen im Internet, such dir euren Favoriten aus. Meins wollte ein Einhorn und, als ich bereits eine großartig pompöse Vorlage hatte, kam sie mit einer Plastikvorlage für Bügelperlen. Sie nutzte sie als Umrissschablone auf dem Moosgummi und verzierte sie mit Filzstiften, Glitzer und Kulleraugen. Weder aufwändig, noch pompös, aber – was viele Eltern leider gern vergessen: Wir machen das nicht, um anderen zu imponieren, sondern weil es unsere Kinder glücklich macht.

8 – Nun die Figuren mit Heißkleber auf die Tüte kleben. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr die Schultüte noch mit einer Kordel am oberen Abschluss verzieren, Perlen, Glitzer, Pailletten, Konfetti oder Ähnliches aufkleben. Vielleicht seid ihr so in Bastellaune, dass noch kleine Extrafiguren dazu kommen: Ein Fisch für die Meerjungfrau, ein Planet zur Rakete, ein Tier zum Traktor.

9 – Jetzt kommt der entscheidende Teil: Das Befüllen. Dafür sollte das Kind nicht mehr anwesend sein, damit es eine Überraschung wird. Als Füllmaterial eignen sich Wecker und Armbanduhren, Brotdosen und Trinkflaschen, Mutsteine und sorgenfressende Kuscheltiere, Lernspiele und Rätselhefte und ganz besonders viele Süßigkeiten. Nicht umsonst nennt man die Schultüte auch Zuckertüte.

10 – Zum Schluss wird die fertige Schultüte verschlossen, dafür wickelst du das Organzaband um das Krepppapier zur schönsten Schleife, die du zustande bringst. Denk dran: Dein Kind ist beim Öffnen aufgeregt. Nicht zu viele Knoten und drauf achten, dass die Schleife hält, aber schnell auf geht.

Nun ist das gute Stück fertig und bereit für seinen Einsatz. Viel Spaß beim Nachbasteln!


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