Das große Puppen-Drama

Während Max und ich am Stall zugange waren und das Kind Besuch hatte, tauchte unsere Nachbarin auf. Über den Zaun rief sie, ob sie uns etwas schenken dürfe: Ihre Schwiegermutter hatte zwei Puppen für ihre Kinder gekauft. Die beiden Kinder sind Jungs, was nicht zwingend das Problem ist. Aber sie sind halt schon erwachsen und aus dem Haus. Als sie bei uns zwei planschende Mädchen sah, beschloss sie kurzerhand, die noch originalverpackten Puppen weiterzugeben.

Wir fanden die Geste sehr nett, nahmen die Puppen an und riefen die Mädchen, die sich strahlend jede eine schnappten und wieder davon eilten.

Als ich später nach drinnen ging, um Essen zu machen, kamen sie wieder herunter. Meine Laus setzte sich zu mir in die Küche, das Besuchskind ins Wohnzimmer. Ich fragte noch naiv, ob alles klar sei, da fing es an: Die Tränen begannen zu fließen.

„Rosa ist so hässlich! Ich hätte so gern das lila Kleid!“ Nur… ihre Freundin hatte die Puppe im Lila, und sie wollte sie auf gar keinen Fall traurig machen. Tausch? Niemals! Ein anderes Kleid? Auf keinen Fall! „Der Schnitt ist einzigartig und unverwechselbar!“

Ich brauchte dringend Luft, also ab ins Wohnzimmer. Dort fand ich das Besuchskind – Tränen in den Augen.

Ach, herrje! War etwas passiert? Hatte sie sich verletzt? Ich ging auf die Knie, nahm sie in die Arme und fragte, was los sei. Sie wollte erst nicht antworten, aber irgendwann konnte ich das große Problem entlocken:

„Das rosa Kleid ist so wunderschön! Aber ich habe nur das lilafarbene…“

Beinahe hätte ich sie fallen lassen.

An der Stelle war ich kurz davor, beide Puppen aus dem Fenster zu werfen. Zwei Kinder, beide unendlich einfühlsam, beide mit denselben Sehnsüchten, beide zu höflich, um es der anderen zu sagen.

Also verdonnerte ich sie kurzerhand: „Sprecht miteinander. Sagt, welche Puppe ihr eigentlich haben wollt.“ Zwei Minuten später rasten sie händchenhaltend durch den Garten – glücklich getauscht.

Ich hätte die Teile gleich in den Müll stecken sollen.

Und weil mein Unterbewusstsein nie Pause macht, träumte ich in der Nacht noch vom Puppen-Horror.

Fast lebensgroß lag das Ding, wie alle Spielsachen, unbeachtet herum. Wir bekamen Besuch vom Hausarzt meiner Oma, der ausgerechnet bei uns nach ihr schauen wollte. Als er die Puppe sah, wollte er sie diskret entsorgen, weil er dachte, dass sie noch vom Opa stammen könnte und Oma nur aufregen würde. You know why.

Kalenderblatt 01.10.25

Willkommen im Oktober!

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Bananen sind Beeren, Erdbeeren nicht.

Geheimtipp des Tages:

Auto schon winterfest gemacht?*

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