Jane Goodall ist tot. Am 1. Oktober 2025 starb sie während einer Vortragsreise in Los Angeles. Die Welt hat eine Wissenschaftlerin, Aktivistin und Ikone verloren – und viele Frauen spüren, dass hier jemand gegangen ist, der uns stärker geprägt hat, als Schlagzeilen es je wiedergeben könnten.
Kindheit mit Jubilee
Schon als kleines Mädchen war Jane fasziniert von Tieren. Ihr erster Gefährte: ein Stoffschimpanse namens Jubilee. Während andere Kinder mit Puppen spielten, beobachtete Jane Tiere im Garten – mit einer Geduld und Neugier, die später zur Basis ihres Lebenswerks wurde.
Revolution in Tansania
1960 begann sie im Gombe-Stream-Nationalpark ihre Schimpansenforschung. Ohne akademischen Abschluss, aber mit Mut, Notizblock und Fernglas.
Sie entdeckte:
- Schimpansen stellen Werkzeuge her und benutzen sie.
- Sie empfinden Freude und Trauer.
- Sie haben komplexe soziale Strukturen – bis hin zu Kriegen zwischen Gruppen.
Goodalls Erkenntnisse stellten die damals geltende Wissenschaft auf den Kopf. „Nur der Mensch kann Werkzeuge herstellen“? – Falsch. „Tiere haben keine Kultur“? – Ebenfalls falsch.
Von der Forscherin zur Aktivistin
Später reichte ihr das reine Beobachten nicht mehr. Sie sah, wie Wälder verschwanden, wie Wilderer Tiere töteten, wie Lebensräume zerstört wurden. Also kämpfte sie:
- 1977 gründete sie das Jane Goodall Institute.
- Mit Roots & Shoots startete sie ein Jugendprogramm, das weltweit Kinder und Jugendliche für Umwelt- und Tierschutz begeistert.
- 2002 wurde sie UN-Botschafterin des Friedens.
Eine Haltung, die radikal wirkt: Hoffnung
Jane Goodall glaubte an Veränderung. An die Fähigkeit des Menschen, besser zu werden. Für viele klingt das naiv. Für sie war es pure Konsequenz: Wer nicht an Hoffnung festhält, hat schon verloren.
„Was wir tun, macht einen Unterschied. Wir müssen nur entscheiden, was für einen Unterschied wir machen wollen.“ – Jane Goodall
Warum vor allem Frauen trauern
Männer in meinem Umfeld fragen: „Wer war das nochmal?“ Frauen wissen es. Sie wissen, was es heißt, wenn eine von uns die Welt so prägt, dass sie nicht mehr ignoriert werden kann. Jane Goodall hat gezeigt, dass Wissenschaft nicht kalt, sondern menschlich sein darf. Dass Empathie eine Stärke ist, kein Hindernis.
Ihr Erbe
Jane Goodall ist gestorben, aber ihr Wirken bleibt:
- in den Wäldern Afrikas
- in den Projekten des Jane Goodall Institute
- in jeder Person, die Tiere und Natur nicht als Ressource, sondern als Mitwelt betrachtet
Und in uns allen, die wir uns fragen: Welchen Unterschied will ich machen?
Quellen & Weiterlesen
Der Pfauenhof lebt davon, dass wir unsere Geschichten teilen. Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teil ihn gern weiter – und schau bei Entdecken & Genießen vorbei. Dort findest du kleine Möglichkeiten, wie du uns unterstützen kannst.