Erkältung? Läuft.

Im wahrsten Sinn des Wortes.

Ich weiß nicht, wer den Bazillen den Türcode gegeben hat, aber sie sind vollständig eingezogen. Erst ein leichtes Kratzen im Hals, dann die ganze Familie hustend im Chor, und jetzt klingt unser Wohnzimmer wie eine schlecht gelaunte Dampflok. Während Neo-Angin heldenhaft gegen die Krümelmonster im Rachen kämpft, versuche ich mit Sinupret den Rest meiner Atemwege zu überreden, ihren Job wieder aufzunehmen.

Der Gesundheitstrank hilft so halb – wahrscheinlich, weil ich ihn zwischen zwei Hustenanfällen verschütte. Aber manchmal braucht’s halt doch die moderne Hexenkunst aus der Apotheke. Zum Glück gibt’s apo.com*, wo man im Pyjama bestellen darf, ohne dass jemand den eigenen Elendstee sieht. Ein Klick, und schon machen sich Tabletten, Lutschtabletten und Taschentücher auf den Weg zum Lazarett Pfauenhof.

Das Kind hat beschlossen, dass Feuerwehrmann Sam die wahre Medizin ist. Offenbar heilt kindlicher Enthusiasmus besser als jedes Antibiotikum. Während Sam Pontypandy rettet, rette ich mich mit Ingwertee durch den Nachmittag, begleitet vom monotonen Pfeifen meiner eigenen Nebenhöhlen. Max schnauft irgendwo im Hintergrund, Shela rollt genervt mit den Augen, und die Hühner draußen haben vermutlich längst beschlossen, dass Menschen eine fehlerhafte Tierart sind.

Zwischendurch versuch ich zu schreiben – so lange, bis mir das Taschentuch davonfliegt oder das Hirn die Verbindung trennt. Aber ehrlich: Kranksein bringt eine merkwürdige Klarheit. Alles wird langsamer. Niemand erwartet etwas. Und plötzlich merkt man, dass die Welt sich auch weiterdreht, wenn man einfach nur Tee trinkt, Serien schaut und durch die Fensterscheibe auf nasse Wiesen starrt.

Für alle, die gerade ebenfalls durch den Schleim waten, hier meine offizielle Überlebensliste:

  • Neo-Angin* für den Hals (schmeckt nach Chemie und Hoffnung)
  • Sinupret* für den Kopf (bringt wenigstens das Gefühl, man tut was)
  • Thymian-Salbei-Tee für die Seele
  • Wärmflasche* fürs Gemüt
  • und Feuerwehrmann Sam* für die Moral.

Mehr braucht es eigentlich nicht – außer vielleicht jemanden, der einem die Suppe bringt, wenn man gerade nicht weiß, ob man schwitzt oder friert.

Also: Wenn du krank bist, gönn dir Ruhe. Wenn du gesund bist, genieß sie doppelt. Und falls du dich irgendwo dazwischen befindest – willkommen im Club. Der Pfauenhof hustet solidarisch mit dir.


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