4. Dezember

Heute ist ein stiller, fast vergessener Tag im Advent. Einer, den viele nicht mehr auf dem Schirm haben, der für uns aber jedes Jahr eine kleine, liebevolle Tradition bedeutet:

Der Barbaratag.

In der Legende heißt es, als die heilige Barbara gefangen genommen wurde, brachen einige Zweige ab und blieben in ihrem Gewand hängen. Sie stellte sie in ein Wasserglas und die Zweige begannen zu blühen.

Jedes Jahr am 4. Dezember schneiden wir also Obstzweige mit Knospen und stellen sie in eine Vase mit Wasser. Am besten eignen sich dafür Kirsche und Apfel, aber wir hatten auch schon großen Erfolg mit Forsythien.

Wenn alles klappt werden diese nackten Zweige vom Barbaratag bis Weihnachten blühen. Ein schönes Zeichen für Leben, das Glück im nächsten Jahr verspricht.

So geht’s:

  1. Am 4. Dezember Zweige schneiden.
  2. Auf eine frische, leicht angeschrägte Schnittfläche achten.
  3. In eine Vase mit leicht gezuckertem Wasser stellen.
  4. Heller Platz, nicht zu warm.
  5. Alle paar Tage das Wasser wechseln.
  6. Zusehen, wie der Winter ein klein bisschen Frühling hervorbringt.

Alles Gute zum Namenstag, liebe Barbaras!

3. Dezember

Um die Schönheit einer Schneeflocke erfassen zu können, muss man die Kälte in Kauf nehmen.

Aristoteles
Foto von Adina Voicu

2. Dezember

Hätt’ einer auch fast mehr Verstand
als wie die drei Weisen aus Morgenland
und ließe sich dünken, er wäre wohl nie
dem Sternlein nachgereist, wie sie;
dennoch, wenn nun das Weihnachtsfest
seine Lichtlein wonniglich scheinen lässt,
fällt auch auf sein verständig Gesicht,
er mag es merken oder nicht,
ein freundlicher Strahl
des Wundersternes von dazumal.

Wilhelm Busch
Foto von Mariya Muschard

Adventskalender-Idee: Nachhaltig, sinnvoll und überraschend – ohne Extra-Kosten

bags with decorations from an advent calendar

Beim Einkaufen – online wie offline – passiert es immer wieder: Man entdeckt kleine Dinge für das Kind. Zu teuer, um sie einfach „so“ zu schenken, aber auch zu klein für Geburtstag oder Weihnachten:

Kurz: alles, was Kinder bittebittebitte sofort haben wollen, das man im Alltag aber nicht ständig verteilen möchte.

Also landen diese Kleinigkeiten in der Kiste.

Ein „Belohnungspool“, aus dem ab und zu etwas verteilt wird, wenn das Kind besonders mutig oder hilfsbereit ist oder stolz auf sich sein kann.

Und bei übermotivierten Eltern (wie mir) sammelt sich dort im Laufe der Zeit eine erstaunliche Menge an. Oft mehr, als im Alltag gebraucht wird – und irgendwann wächst das Kind über einige Dinge sogar einfach hinaus.

Genau hier beginnt meine Advents-Idee.

Jedes Jahr im November sortiere ich diese Kiste aus und verwende ihren Inhalt für den Adventskalender. So entsteht ein liebevoller, persönlicher und nachhaltiger Kalender – ohne neu einzukaufen und ohne schlechtes Gewissen.

Vor ein paar Jahren habe ich dafür einen alten Holzschlitten bei Kleinanzeigen gefunden, für fünf Euro. Den nutzt heute ohnehin niemand mehr zum Fahren – außer mir natürlich.

Mit einer Lichterkette, ein wenig Weihnachtsdeko und bunt verpackten Kleinigkeiten darauf wird daraus ein Adventskalender, der nicht nur wunderschön aussieht, sondern im Wert oft mehrerer -hust- Euro liegt, ohne dass ich dafür etwas extra kaufen musste.

Und irgendwann habe ich gedacht:
Wenn das für ein Kind funktioniert – warum dann nicht auch für Erwachsene?

Also gibt es inzwischen auch Adventskalender für meinen Mann und für mich.
Seine Kleinigkeiten kommen in Zeitungspapier oder Altpapier, schlicht und praktisch.
Meine packe ich teilweise schon beim Kauf ein, damit ich bis zum Dezember gar nicht mehr weiß, was darin steckt. Das macht das Öffnen im Advent zu einer echten Überraschung. Alter Eichhörnchen-Trick.

Das Ergebnis ist jedes Jahr dasselbe:
• weniger Stress
• weniger extra Konsum
• weniger Müll
• dafür mehr Vorfreude, Wertschätzung und Familienzeit

Ein nachhaltiger Adventskalender muss nicht teuer oder kompliziert sein.
Manchmal reicht eine Kiste voller Kleinigkeiten, ein alter Schlitten und ein bisschen Kreativität – und schon wird aus alltäglichen Dingen ein ganz besonderes Ritual.

Max macht mir übrigens auch gern einen Adventskalender. Er fängt damit Ende November an – und jammert dann über Weihnachtsstress, weil die interessanten Sachen alle weg sind. Da ist mir meine Variante lieber.

Einen Wichtel gibt es bei uns dafür nicht. Den würde nach spätestens einer Woche vermutlich eh nur Mio fressen.


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