Feminist Monday #6

Frauen stellen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung und doch drehen sich die Nachrichten oft nur um das Schaulaufen machthungriger Männer. Daran wird sich jetzt etwas ändern!

Jeden Montag berichte ich euch Feminist News – Nachrichten, die FLINTA* betreffen. Damit wir die Welt so sehen, wie sie ist.

Die Männerpille: YCT-529

Verhütung war jahrzehntelang Frauensache. Pille, Spirale, Hormonspritze – und die dazugehörigen Nebenwirkungen gleich gratis mit dazu. Männer? Bisher nur mit Kondom oder Vasektomie im Spiel. Aber: Es tut sich was.

Forscher:innen haben mit YCT-529 eine hormonfreie Antibabypille für Männer in die erste klinische Prüfung geschickt – und die Ergebnisse klingen vielversprechend.

Wie funktioniert das Ganze?
YCT-529 blockiert ein bestimmtes Protein, das für die Spermienproduktion nötig ist. Keine Hormone, keine Manipulation am Testosteronspiegel – und damit auch keine typischen Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen oder Libidoverlust.

Was zeigen die Tests bisher?

  • An Mäusen und Affen: 99 % wirksam gegen Schwangerschaften.
  • Reversibel: Nach Absetzen kam die Fruchtbarkeit nach 4–6 Wochen zurück.
  • Erste Sicherheitsprüfung am Menschen (16 Teilnehmer): keine relevanten Nebenwirkungen.
  • Der nächste Schritt: eine größere Studie in den USA, um Sicherheit und Wirksamkeit genauer zu prüfen.

Was wird sonst noch erforscht?

  • Hormongels für die Haut, die die Spermienbildung blockieren sollen.
  • Hormonpillen mit ähnlicher Wirkung wie die Pille für Frauen – aber eben mit denselben Risiken.
  • Polymer-Gels, die in die Samenleiter gespritzt werden und diese blockieren (praktisch das temporäre Gegenstück zur Vasektomie).

Und wie stehen Männer dazu?
Laut einer Meta-Analyse (2021) sind viele Männer grundsätzlich offen für neue Verhütungsmethoden. Die größten Sorgen: Nebenwirkungen. Genau da setzt YCT-529 an – weil es eben ohne Hormone auskommt.


Warum das ein feministisches Thema ist
  • Verantwortung teilen: Endlich könnte Verhütung nicht mehr nur die körperliche Last der Frauen sein.
  • Wahlfreiheit: Frauen hätten die Möglichkeit, die Verantwortung abzugeben oder sich die Verhütung zu teilen – ohne immer selbst „den Körper hinzuhalten“.
  • Machtverhältnisse: Wer über Verhütung entscheidet, hat Macht über Familienplanung. Mehr Optionen für Männer könnten das Gleichgewicht verändern.
Fazit

YCT-529 ist noch lange nicht im Apothekenregal. Aber die Richtung stimmt: hormonfrei, wirksam, reversibel. Wenn die Forschung so weitergeht, könnte die Frage „Wer kümmert sich um die Verhütung?“ in Zukunft endlich nicht mehr automatisch mit „die Frau“ beantwortet werden.

Quelle


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Feminist Monday #5

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Der große Rückschritt

Eigentlich dachte man ja: Rechte für Frauen und marginalisierte Gruppen entwickeln sich wie ein Einbahnstraßen-Schild in die richtige Richtung. Schritt für Schritt. Langsam vielleicht, aber eben vorwärts. Die Realität 2025 zeigt: Leider falsch gedacht.

In den USA sorgt Präsident Trump mit Aussagen wie „Dinge, die zu Hause passieren, bezeichnen sie als Verbrechen“ dafür, dass häusliche Gewalt quasi verharmlost und aus der Statistik gedrängt wird. Wer das hört, merkt: es geht nicht um mehr Freiheit, sondern um weniger Schutz – vor allem für Frauen.

Und das ist kein Einzelfall. Weltweit erleben wir eine erstarkende Gegenbewegung: Anti-Gender-Politik, Angriffe auf reproduktive Rechte, Kürzungen bei Schutzräumen und Beratungsstellen. Es wird nicht mehr nur gebremst, sondern aktiv zurückgedreht.

Das Bittere: Auch bei uns wird immer lauter gefordert, Gleichstellung einzuschränken. Mal getarnt als „Tradition bewahren“, mal als „Schutz der Familie“, mal als „Genderwahn stoppen“. Klingt harmlos, ist aber immer dasselbe Muster: Frauen zurück an den Herd, Macht zurück zu den alten Strukturen.

Wenn wir glauben, die Rechte, die wir haben, seien sicher, dann geben wir das Feld kampflos her. Feminismus ist kein Status, den man einmal erreicht und dann einrahmt. Er ist ein Prozess – und der kann auch rückwärtslaufen, wenn wir nicht aufpassen.

Wir sind nicht machtlos. Frauen und Allys weltweit organisieren sich, machen aufmerksam, klagen ein, gehen auf die Straße. Und wir hier? Wir können hinschauen, widersprechen, wählen, schreiben, laut sein – auch wenn es unbequem ist.

Feminist Monday #4

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USA / Kalifornien – kostenlos Menstruationsprodukte an öffentlichen Schulen

Das Gesetz “Menstrual Equity for All Act of 2021” verlangt, dass öffentliche Schulen mit Klassen in den Graden 6 bis 12 kostenlose Menstruationsprodukte zur Verfügung stellen in allen Frauen- und geschlechtsneutralen Toiletten und mindestens einer Männer-Toilette. Der Gesetzestext trat zum Schuljahr 2022-23 in Kraft.

Finanzielle Anerkennung von Care-Arbeit

Ein spanisches Gericht aus Vélez-Málaga hat entschieden, dass ein Mann seiner Ex-Frau etwa 204.624,86 Euro für 25 Jahre Hausarbeit und Kindererziehung zahlen muss. Zusätzlich zu dieser Einmalzahlung sind Unterhaltszahlungen und eine Rente vereinbart worden, um die jahrelange Care-Arbeit und unbezahlte Arbeit, die traditionell Frauen leisten, finanziell anzuerkennen. Das Urteil markiert einen wichtigen Präzedenzfall, weil es nicht nur auf Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt abzielt, sondern explizit die Haus- und Familienarbeit honoriert, die oft übersehen wird.

Feminist Monday #4

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Ein starkes Signal für Frauen, Jugendliche und alle, die in Gesundheitskrisen oft unerhört bleiben. 

🇩🇪 Deutschland

Seit 1. November 2024 gilt das Selbstbestimmungsgesetz. Menschen können Geschlechtseintrag und Vornamen einfacher ändern – Bürokratie adé.

Die Charité startet ein Pflichtmodul zu geschlechtssensibler Medizin. Künftige Ärztinnen und Ärzte lernen Unterschiede in Symptomen und Therapien von Anfang an.

🇺🇸 USA

Forscherinnen haben einen Bluttest vorgestellt, der Endometriose schneller erkennt. Noch ohne FDA-Zulassung, aber mit großem Potenzial für Millionen Betroffene.

🇪🇸 Spanien

Ab 2026: Beide Elternteile haben rund 17–19 Wochen Elternzeit, die ersten 6 Wochen verpflichtend und nicht übertragbar. Mehr Gleichheit bei der Sorgearbeit.

🇿🇦 Südafrika

Polizeistationen richten spezielle Anlaufstellen für Betroffene sexualisierter Gewalt ein – ein Meilenstein für Schutz und Unterstützung.

🇲🇽 Mexiko

Das Oberste Gericht hat Abtreibung auf Bundesebene entkriminalisiert. Öffentliche Kliniken müssen Abbrüche anbieten – ein historischer Fortschritt für Frauenrechte.