Adventskalender-Idee: Nachhaltig, sinnvoll und überraschend – ohne Extra-Kosten

bags with decorations from an advent calendar

Beim Einkaufen – online wie offline – passiert es immer wieder: Man entdeckt kleine Dinge für das Kind. Zu teuer, um sie einfach „so“ zu schenken, aber auch zu klein für Geburtstag oder Weihnachten:

Kurz: alles, was Kinder bittebittebitte sofort haben wollen, das man im Alltag aber nicht ständig verteilen möchte.

Also landen diese Kleinigkeiten in der Kiste.

Ein „Belohnungspool“, aus dem ab und zu etwas verteilt wird, wenn das Kind besonders mutig oder hilfsbereit ist oder stolz auf sich sein kann.

Und bei übermotivierten Eltern (wie mir) sammelt sich dort im Laufe der Zeit eine erstaunliche Menge an. Oft mehr, als im Alltag gebraucht wird – und irgendwann wächst das Kind über einige Dinge sogar einfach hinaus.

Genau hier beginnt meine Advents-Idee.

Jedes Jahr im November sortiere ich diese Kiste aus und verwende ihren Inhalt für den Adventskalender. So entsteht ein liebevoller, persönlicher und nachhaltiger Kalender – ohne neu einzukaufen und ohne schlechtes Gewissen.

Vor ein paar Jahren habe ich dafür einen alten Holzschlitten bei Kleinanzeigen gefunden, für fünf Euro. Den nutzt heute ohnehin niemand mehr zum Fahren – außer mir natürlich.

Mit einer Lichterkette, ein wenig Weihnachtsdeko und bunt verpackten Kleinigkeiten darauf wird daraus ein Adventskalender, der nicht nur wunderschön aussieht, sondern im Wert oft mehrerer -hust- Euro liegt, ohne dass ich dafür etwas extra kaufen musste.

Und irgendwann habe ich gedacht:
Wenn das für ein Kind funktioniert – warum dann nicht auch für Erwachsene?

Also gibt es inzwischen auch Adventskalender für meinen Mann und für mich.
Seine Kleinigkeiten kommen in Zeitungspapier oder Altpapier, schlicht und praktisch.
Meine packe ich teilweise schon beim Kauf ein, damit ich bis zum Dezember gar nicht mehr weiß, was darin steckt. Das macht das Öffnen im Advent zu einer echten Überraschung. Alter Eichhörnchen-Trick.

Das Ergebnis ist jedes Jahr dasselbe:
• weniger Stress
• weniger extra Konsum
• weniger Müll
• dafür mehr Vorfreude, Wertschätzung und Familienzeit

Ein nachhaltiger Adventskalender muss nicht teuer oder kompliziert sein.
Manchmal reicht eine Kiste voller Kleinigkeiten, ein alter Schlitten und ein bisschen Kreativität – und schon wird aus alltäglichen Dingen ein ganz besonderes Ritual.

Max macht mir übrigens auch gern einen Adventskalender. Er fängt damit Ende November an – und jammert dann über Weihnachtsstress, weil die interessanten Sachen alle weg sind. Da ist mir meine Variante lieber.

Einen Wichtel gibt es bei uns dafür nicht. Den würde nach spätestens einer Woche vermutlich eh nur Mio fressen.


* Hinweis: Manche Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, landet ein kleiner Beitrag in der Pfauenhof-Kaffeekasse. Für dich bleibt alles gleich – für mich bedeutet es Unterstützung.
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teil ihn gern weiter – und schau bei Entdecken & Genießen vorbei. Dort findest du weitere kleine Möglichkeiten, wie du uns unterstützen kannst.
Danke! 💚

Pfauenhof News #10

Hier kommt dein Pfauenhof News Update!

Zwischen Ferienchaos und Laternenlicht
Die Ferien sind vorbei, der Schulalltag läuft wieder – zumindest theoretisch. Nach Halloween-Revival für die Kids, Schwimmbad und Sauna war die Woche mehr „Lebensmarathon“ als Routine.

Martinsumzüge & Familienchaos
Diese Woche stehen St.-Martins-Umzüge auf dem Plan – das Kind hat schon mehr Laternen gesehen, als man zählen kann. Leider liegt die Familie gesundheitlich auf der Intensivspur: Ich habe schlechte Nachrichten erhalten, bei Max schlagen die chronischen Krankheiten zu, und Opa ist wieder im Krankenhaus. Auch sonst ist die Stimmung eher „Feder im Sturm“. Ein wichtiger Termin musste deswegen sogar verschoben werden – sehr ärgerlich, aber immerhin bleibt Hoffnung auf Besserung.

Hofleben & kleine Siege
Zwischen Sorgen und Arztbesuchen gibt’s zum Glück auch Lichtblicke: Lil Alcatraz, der neue Stall mit Auslauf, ist endlich fertig – und die Hühner und Kaninchen benehmen sich, als wären sie in die Fünf-Sterne-Residenz eingezogen. Den Tieren geht’s bestens, was hier schon als offizieller Erfolg zu werten ist.


* Hinweis: Manche Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, landet ein kleiner Beitrag in der Pfauenhof-Kaffeekasse. Für dich bleibt alles gleich – für mich bedeutet es Unterstützung.
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teil ihn gern weiter – und schau bei Entdecken & Genießen vorbei. Dort findest du weitere kleine Möglichkeiten, wie du uns unterstützen kannst.
Danke! 💚

Pfauenhof News #9

Hier kommt dein Pfauenhof News Update!

Gesundheit & Stimmung:
Wir sind alle noch nicht ganz auf der Höhe. Diese ewige Mischung aus Husten, Müdigkeit und „Körper will nicht“ zieht sich durch Mensch und Tier. Selbst Koffein wirkt eher wie Placebo.

Familie:
Opa hatte schon wieder Besuch vom Sanka. Zum Glück durfte er nach den Notfallmaßnahmen zuhause bleiben, aber es reicht langsam – sein Körper testet wohl, wie viele Adrenalinschübe die Familie noch verkraftet. Parallel bin ich quasi im Auftrag auf der Suche nach einer Wohnung im Umkreis Cham. Sie sollte zwei Zimmer haben und möglichst im Erdgeschoss liegen oder über einen Aufzug verfügen. Ein ruhiger Mieter ist garantiert.

Tiere:
Fritz hatte einen Unfall, steckt aber schon wieder den Kopf in den Wind wie ein kleiner Held. Beim Freiflug hat er sich in Fliegenpapier eingewickelt und einiges an Federn gelassen. Die restliche Bande verhält sich wie immer: laut, verfressen, liebenswert.

Hof & Alltag:
Es wird gebaut, geplant, geflucht. Der Herbst färbt die Bäume, die To-do-Listen bleiben lang, und zwischen Tierfutter, Versicherungen und Blogtexten fühlt sich jeder Tag an wie eine kleine Generalprobe für den echten Pfauenhof.


* Hinweis: Manche Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, landet ein kleiner Beitrag in der Pfauenhof-Kaffeekasse. Für dich bleibt alles gleich – für mich bedeutet es Unterstützung.
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teil ihn gern weiter – und schau bei Entdecken & Genießen vorbei. Dort findest du weitere kleine Möglichkeiten, wie du uns unterstützen kannst.
Danke! 💚

Erkältung? Läuft.

Im wahrsten Sinn des Wortes.

Ich weiß nicht, wer den Bazillen den Türcode gegeben hat, aber sie sind vollständig eingezogen. Erst ein leichtes Kratzen im Hals, dann die ganze Familie hustend im Chor, und jetzt klingt unser Wohnzimmer wie eine schlecht gelaunte Dampflok. Während Neo-Angin heldenhaft gegen die Krümelmonster im Rachen kämpft, versuche ich mit Sinupret den Rest meiner Atemwege zu überreden, ihren Job wieder aufzunehmen.

Der Gesundheitstrank hilft so halb – wahrscheinlich, weil ich ihn zwischen zwei Hustenanfällen verschütte. Aber manchmal braucht’s halt doch die moderne Hexenkunst aus der Apotheke. Zum Glück gibt’s apo.com*, wo man im Pyjama bestellen darf, ohne dass jemand den eigenen Elendstee sieht. Ein Klick, und schon machen sich Tabletten, Lutschtabletten und Taschentücher auf den Weg zum Lazarett Pfauenhof.

Das Kind hat beschlossen, dass Feuerwehrmann Sam die wahre Medizin ist. Offenbar heilt kindlicher Enthusiasmus besser als jedes Antibiotikum. Während Sam Pontypandy rettet, rette ich mich mit Ingwertee durch den Nachmittag, begleitet vom monotonen Pfeifen meiner eigenen Nebenhöhlen. Max schnauft irgendwo im Hintergrund, Shela rollt genervt mit den Augen, und die Hühner draußen haben vermutlich längst beschlossen, dass Menschen eine fehlerhafte Tierart sind.

Zwischendurch versuch ich zu schreiben – so lange, bis mir das Taschentuch davonfliegt oder das Hirn die Verbindung trennt. Aber ehrlich: Kranksein bringt eine merkwürdige Klarheit. Alles wird langsamer. Niemand erwartet etwas. Und plötzlich merkt man, dass die Welt sich auch weiterdreht, wenn man einfach nur Tee trinkt, Serien schaut und durch die Fensterscheibe auf nasse Wiesen starrt.

Für alle, die gerade ebenfalls durch den Schleim waten, hier meine offizielle Überlebensliste:

  • Neo-Angin* für den Hals (schmeckt nach Chemie und Hoffnung)
  • Sinupret* für den Kopf (bringt wenigstens das Gefühl, man tut was)
  • Thymian-Salbei-Tee für die Seele
  • Wärmflasche* fürs Gemüt
  • und Feuerwehrmann Sam* für die Moral.

Mehr braucht es eigentlich nicht – außer vielleicht jemanden, der einem die Suppe bringt, wenn man gerade nicht weiß, ob man schwitzt oder friert.

Also: Wenn du krank bist, gönn dir Ruhe. Wenn du gesund bist, genieß sie doppelt. Und falls du dich irgendwo dazwischen befindest – willkommen im Club. Der Pfauenhof hustet solidarisch mit dir.


* Hinweis: Manche Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, landet ein kleiner Beitrag in der Pfauenhof-Kaffeekasse. Für dich bleibt alles gleich – für mich bedeutet es Unterstützung.
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teil ihn gern weiter – und schau bei Entdecken & Genießen vorbei. Dort findest du weitere kleine Möglichkeiten, wie du uns unterstützen kannst.
Danke! 💚

Pfauenhof News #8

Hier kommt dein Pfauenhof News Update!

Lazarett

Erst Halsschmerzen, dann Kollektiv-Seuchenzug. Die Couch wurde zum Lazarett umfunktioniert und Gesundheitstrank im großen Kessel gebraut. Immerhin ist Opa wieder daheim und kann bei uns vor sich hin husten.

Den Feiertag nutzten wir statt für Schwimmbad für Kinderserien, Tee und Deckengekuschel. Am Samstag kauften wir – noch optimistisch – eine neue Säge*, seither regieren die Bazillen und nicht zuordenbare Symptome.

Immerhin hat Patient 0 schon alles hinter sich gebracht. Natürlich. Ein Tag Zeichentrick und das Kind ist wieder gesund – während die Eltern noch zwei Wochen mal leise, mal laut vor sich hin sterben.

Stall

Unser Stall hat endgültig ein wasserfestes Dach. Ansonsten schauen die Hühner mich nur kritisch an, wenn ich ihnen Nüsse knacke. Ich kann förmlich hören, wie sie leise über mich urteilen: „Zu krank zum Bauen, aber sitzt im Hühnerstall.“

Außerdem sind sie dem Wetter beleidigt und haben ihre Legeleistung schon reduziert. Heißt: Die Wärmelampe ist gedanklich längst installiert.


* Hinweis: Manche Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, landet ein kleiner Beitrag in der Pfauenhof-Kaffeekasse. Für dich bleibt alles gleich – für mich bedeutet es Unterstützung.
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teil ihn gern weiter – und schau bei Entdecken & Genießen vorbei. Dort findest du weitere kleine Möglichkeiten, wie du uns unterstützen kannst.
Danke! 💚


P.S.: Ich hab die Krankentage genutzt, um ein Abomodell zu basteln. Noch ist nicht viel zu finden, aber das wird. Nach und nach kommen Artikel, Downloads und Einblicke dazu.
Wenn du Teil des Pfauenhofs sein möchtest, kannst du uns damit unterstützen – und bekommst gleichzeitig ein bisschen mehr vom echten Leben hier hinter den Kulissen. 💚

Pfauenhof News #7

Hier kommt dein Pfauenhof News Update!

Gesundheitssystem im Notfallmodus

Da gefühlt die Hälfte meines Bekanntenkreises in Krankenhäusern arbeitet und ein Familienmitglied einmal mehr unfreiwillig dort Quartier beziehen musste, fällt mir leider einmal mehr auf: In Krankenhäusern, die mehr als Abstellkammer als als Versorgungseinrichtung fungieren, mit Ärzt:innen, die unfreundlich und planlos durch die Flure eilen, Pflegepersonal, das so überlastet ist, dass kaum Zeit für Menschlichkeit und echte Pflege bleibt, medizinischer Versorgung, die den Namen nicht verdient, und einem Umgangston, der pflegende Angehörige wie lästige Statist:innen behandelt, braucht man mehr Glück als Behandlung um gesund werden zu können. Ich bin sehr gespannt, wie lange es noch dauert, bis die zuständigen Stellen merken, dass es weder Geld, noch Einsparungen benötigt, sondern eine Generalsanierung des gesamten Gesundheitstrakts, damit er nicht komplett einstürzt. Viel Zeit wird wohl nicht mehr bleiben.

Neue Fachkräfte in der KFC-WG

Während das Gesundheitssystem also weiter kollabiert, zieht wenigstens unser Kleintiersektor neue Fachkräfte an. Die Kaninchen Schoki und Kuschel mussten von Zuhause raus und fanden auf die Schnelle kein passendes neues. Zum Glück haben unsere Hühner schon Erfahrung mit Karnickelmitbewohnern. Mal schauen, wie sich das Verhältnis entwickelt. Bisher finden die beiden es ganz lustig die Herrschaften aufzuscheuchen. Beim ersten Fluchtversuch war ich noch cleverer. Beim zweiten Versuch haben sie sich erfolgreich unter dem Zaun durchgegraben – auf der falschen Seite. Zwischen Nachbarzaun mit Bodenverankerung und patroullierender Katze und der Stallrückwand haben sie sich einen Kerker zum Paralleluniversum gewählt. Futter und Wasser stehen weiterhin erreichbar im Stall. Wenn sie da hinten Fußball spielen oder Raketentests zünden wollen, ist das ihre Entscheidung. Ich misch mich erst ein, wenn die Radiumwerte auf der Terrasse zu hoch werden. Nachdem das Kind sie aber retten wollte wie ein christlicher Missionar südamerikanische Naturvölker, wohnt Schoki nun als Gefangene Nummer 0001 in Alcatraz. Kuschel hatte sich zwischen Zaun und Sichtschutzwand ins Gestrüpp verkrochen und Asyl bei Haselmäusen und Efeu erhalten. Es geht ihm gut. Inzwischen ist er auch als Gefangener 0002 deklariert. Meine Nerven haben einen Wackelkontakt.

Projekt: Alcatraz – Ar$chkalt-Edition

Apropos Fachkräfte: damit hier nicht alle ins Unterholz auswandern, wächst unser Gefängnisprojekt weiter. Wir müssen unbedingt darüber reden, ob der Projektname in „Projekt: Alcatraz – Ar$chkalt-Edition“ geändert wird.

Zumindest steht inzwischen der Wetterschutz, in den demnächst die alten Häuschen als Schlafplatz und Versteck eingebaut werden sollen. Der Hasenstall ist bereits an Ort und Stelle. Der Boden ist mit einem Gitter präpariert, nun fehlen nur noch der Zaun und die Versiegelung des Dachs, damit es von oben jederzeit schön trocken bleibt.

Sobald das erledigt ist, können auch die restlichen Insassen endlich in meinem Panoptikum einziehen. Bis dahin sitzen Schoki und Kuschel in Sicherheitsverwahrung und planen Guerilla-Operationen im Unterholz.


Der Pfauenhof lebt davon, dass wir unsere Geschichten teilen. Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, teil ihn gern weiter – und schau bei Entdecken & Genießen vorbei. Dort findest du kleine Möglichkeiten, wie du uns unterstützen kannst.

Das große Puppen-Drama

Während Max und ich am Stall zugange waren und das Kind Besuch hatte, tauchte unsere Nachbarin auf. Über den Zaun rief sie, ob sie uns etwas schenken dürfe: Ihre Schwiegermutter hatte zwei Puppen für ihre Kinder gekauft. Die beiden Kinder sind Jungs, was nicht zwingend das Problem ist. Aber sie sind halt schon erwachsen und aus dem Haus. Als sie bei uns zwei planschende Mädchen sah, beschloss sie kurzerhand, die noch originalverpackten Puppen weiterzugeben.

Wir fanden die Geste sehr nett, nahmen die Puppen an und riefen die Mädchen, die sich strahlend jede eine schnappten und wieder davon eilten.

Als ich später nach drinnen ging, um Essen zu machen, kamen sie wieder herunter. Meine Laus setzte sich zu mir in die Küche, das Besuchskind ins Wohnzimmer. Ich fragte noch naiv, ob alles klar sei, da fing es an: Die Tränen begannen zu fließen.

„Rosa ist so hässlich! Ich hätte so gern das lila Kleid!“ Nur… ihre Freundin hatte die Puppe im Lila, und sie wollte sie auf gar keinen Fall traurig machen. Tausch? Niemals! Ein anderes Kleid? Auf keinen Fall! „Der Schnitt ist einzigartig und unverwechselbar!“

Ich brauchte dringend Luft, also ab ins Wohnzimmer. Dort fand ich das Besuchskind – Tränen in den Augen.

Ach, herrje! War etwas passiert? Hatte sie sich verletzt? Ich ging auf die Knie, nahm sie in die Arme und fragte, was los sei. Sie wollte erst nicht antworten, aber irgendwann konnte ich das große Problem entlocken:

„Das rosa Kleid ist so wunderschön! Aber ich habe nur das lilafarbene…“

Beinahe hätte ich sie fallen lassen.

An der Stelle war ich kurz davor, beide Puppen aus dem Fenster zu werfen. Zwei Kinder, beide unendlich einfühlsam, beide mit denselben Sehnsüchten, beide zu höflich, um es der anderen zu sagen.

Also verdonnerte ich sie kurzerhand: „Sprecht miteinander. Sagt, welche Puppe ihr eigentlich haben wollt.“ Zwei Minuten später rasten sie händchenhaltend durch den Garten – glücklich getauscht.

Ich hätte die Teile gleich in den Müll stecken sollen.

Und weil mein Unterbewusstsein nie Pause macht, träumte ich in der Nacht noch vom Puppen-Horror.

Fast lebensgroß lag das Ding, wie alle Spielsachen, unbeachtet herum. Wir bekamen Besuch vom Hausarzt meiner Oma, der ausgerechnet bei uns nach ihr schauen wollte. Als er die Puppe sah, wollte er sie diskret entsorgen, weil er dachte, dass sie noch vom Opa stammen könnte und Oma nur aufregen würde. You know why.

Pfauenhof News #6

Hier kommt dein Pfauenhof News Update!

Da der Pfauenhof ein Gemeinschaftsprojekt ist, dürft ihr gern wissen, was hier los ist.

Neues Jahr, neues Amt

Die erste Woche in der Schule ist geschafft. Was wir inzwischen gelernt haben: Hausaufgaben sind blöd und der Unterricht ist viel zu lang. Wie, ich war mehr Stunden im Kindergarten?! – Zum Glück sind wir an Diskussionen gewöhnt.

Der erste Elternabend ist auch überstanden, und weil ich verrückt bin, hab ich mich direkt zur Klassenelternsprecherin berufen lassen. Keine Ahnung, was die so machen. Aber das ist jetzt für die nächsten zwei Jahre mein Amt. Falls also jemand eine Schiedsperson für die Kommunikation zur Klassenlehrkraft braucht, meldet euch bitte hier.

Neuzugang

Wie jedes Jahr gab es bei unserem ortsansässigen Garten- und Pflanzenprofi die Schulanfängeraktion. Wer hier wohnt, weiß sofort, worum es geht: Jede:r ABC-Schütz:in bekommt einen Apfelbaum geschenkt. Oder wenn der aus ist Traube, wie ich gehört habe. – Auch nicht verkehrt, immerhin können sich gestresste Eltern dann auf Dauer selbst helfen.

Wir haben jetzt also ein Apfelbäumchen und damit unser erstes Obstbäumchen und Mio ist davon absolut angetan. Vielleicht liegt es daran, dass der Baum in seine Lieblingsecke gepflanzt wurde, aber er schaut ihn so verliebt an, dass ich mich frage, ob das nicht eigentlich eine Waldnymphe ist, die über Umwege nun bei uns gelandet ist.

Stallstatus: Es ist kompliziert.

Die Einzelteile des ehemaligen Stalls liegen wie Legosteine verteilt im Garten und warten darauf, dass jemand in einen rostigen Nagel tritt.

Samstag ging es direkt los mit dem Aufbau. Zumindest theoretisch. Nach der ersten Schraube schwächelte der Akku von unserem Geschenk zum 15. Jahrestag an uns selbst*. Das lag aber weniger am Akkuschrauber, als mehr daran, was er alles reißen musste in letzter Zeit. Kein Problem: Gibt ja den Wechselakku. Klick – klick! Und lo… Oder auch nicht. Irgendwer hat den Tauschakku nicht geladen. Also warten. Ging zum Glück dann verhältnismäßig schnell.

Am Ende des Tages haben wir mit viel Gefluche, einem Kind, das alle fünf Minuten anrufen musste, um wichtige Dinge zu erzählen, und einem ordentlichen Sonnenbrand zwei Wände hochgezogen.

Sonntag mussten wir direkt wieder eine Pause einlegen, schließlich leben wir in Deutschland, und seither geht nix vorwärts, weil der Wind zu stark ist.

Dafür haben die improvisierten Stallbretterwände bereits direkt etwas gerissen: Der besagte Wind hat sie natürlich umgeworfen und sie haben natürlich die Sonnenblumen nicht nur mitgerissen, sondern auch direkt entwurzelt. Normalerweise fallen Stämme doch auf’s Haus und nicht umgekehrt. Hier läuft wirklich immer alles anders.

Aber an sich war es abzusehen. Die Sonnenblumen waren einfach zu hübsch anzusehen und irgendeinen Grund gibt es jedes Jahr, der sie umwirft oder abknickt, sei es Max mit dem Rasenmäher, Shela, die nicht mehr bremsen kann, oder einfach der Wind. Da ist die Variante dieses Jahr direkt kreativ.

Nächstes Jahr guerillagärtner ich dann halt in einer anderen Ecke.


* Hinweis: Manche Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, landet ein kleiner Beitrag in der Pfauenhof-Kaffeekasse. Für dich bleibt alles gleich – für mich bedeutet es Unterstützung. Danke! 💚

Diabetic Amour Fou

Es klingt nach Liebe, die so verrückt ist, dass sie dir im wahrsten Sinn des Wortes den Zucker hochtreibt.

Und genau das ist es auch.

Wenn es bei mir Schokoladenkuchen gibt, dann ist es Schokoladenkuchen. Kein „fügen Sie einen Esslöffel Kakaopulver hinzu“, sondern ein sinnevernebelndes, insulinspaltendes Stück essbare Liebe.

Ich empfehle den Genuss in Maßen – oder in Massen? Rechtschreibung war noch nie meine Stärke.

Zutaten
  • 200 g Zartbitterschokolade (je höher der Kakaoanteil, desto schokoladiger)
  • 100 g Vollmilchschokolade
  • 200 ml Sahne
  • 100 g Butter
  • 6 Eier
  • 300 g Zucker
  • 200 g Mehl
  • Salz
  • 4 TL Backpulver
  • Chilipulver
  • 25 kg Schokostreußel, Zuckerglitzer und Fondantdeko (geschätzt – die Verzierung übernimmt hier das Kind)
Zubereitung

So lasset uns beginnen mit diesem obszönen Schokoladenaphrodisiakum:

  1. Den Backofen auf 160 °C Heißluft bzw. 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Form einfetten und mit Trinkschokoladenpulver bestäuben. Die Menge reicht locker für eine Tortenform. Nutze die Macht. Jetzt ist es eh zu spät, auf Kalorien zu achten.
  2. 100 g der Zartbitterschokolade mit der Butter im Wasserbad schmelzen.
  3. Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Mehl, Backpulver und 1–2 Prisen Salz unterrühren.
  4. Die leicht abgekühlte Schokobutter mit der Teigmasse verrühren und in die Form gießen. 40–45 Minuten backen.
Die Creme

Während der Kuchen im Ofen ist:

  1. Die übrigen 100 g Zartbitterschokolade mit der Sahne aufsetzen. Schokolade schmelzen lassen und mit Chilipulver sowie einer weiteren Prise Salz abschmecken.
  2. Falls zu bitter: mit etwas Zucker nachsüßen. Aber denk dran – es geht um den Schokoladengeschmack, nicht die Süße.
  3. Wenn die Creme so gut ist, dass du sie am liebsten auslöffeln würdest, stell sie schnell beiseite zum Abkühlen. Finger weg, sonst reicht es später nicht mehr.
Der Zusammenbau

Nach ca. 45 Minuten Backzeit: Stäbchentest. Stecke einen Holzspieß oder Zahnstocher in den Kuchen – wenn nichts mehr klebt, darf er raus. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Dann den Kuchen wie eine Frühstückssemmel in der Mitte durchschneiden. Untere Hälfte mit der Schokosahne bestreichen, obere Hälfte wieder draufsetzen.

Nun die Vollmilchschokolade einschmelzen und über den ganzen Kuchen verteilen.

Und jetzt der Höhepunkt: Die Kinder loslassen. Sie werden den Kuchen mit so viel Zuckerkram überziehen, dass du besser später abklopfst, was nicht von allein kleben bleibt. Diabetisch wird er so oder so.

Meine geneigte Leserschaft, mir bleibt nur zu sagen: Genießt es! Fangt mit kleinen Stücken an – nicht, dass ihr am Ende wie Liliane endet.