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Heute ziehen zwei Neue in unsere seltsame WG.

Wenn’s brennt: 4-7-8-Atmung (4 Sek. ein, 7 halten, 8 aus) → dein Nervensystem fährt runter.

Geheimtipp des Tages:

Räucherstäbchen kann man immer brauchen. Egal ob man damit nasse Hunde übertünchen will oder zum Meditieren.*

📅 Neugierig, was beim Pfauenhof als Nächstes los ist? Schau in unseren Kalender!


* Hinweis: Manche Links sind Affiliate-Links. Kaufst du darüber ein, landet ein kleiner Beitrag in der Pfauenhof-Kaffeekasse. Für dich bleibt alles gleich – für mich bedeutet es Unterstützung. Danke! 💚

Kalenderblatt 26.09.25

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Trink ein Glas Wasser, bevor du Kaffee kippst – dein Kreislauf dankt’s dir.

Geheimtipp des Tages:

Auf Logomattenwelt kannst du dir deine individuelle Fußmatte gestalten. Ob Logo oder einfach eigene Gestaltung, alles ist möglich!*

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Pfauenhof News #6

Hier kommt dein Pfauenhof News Update!

Da der Pfauenhof ein Gemeinschaftsprojekt ist, dürft ihr gern wissen, was hier los ist.

Neues Jahr, neues Amt

Die erste Woche in der Schule ist geschafft. Was wir inzwischen gelernt haben: Hausaufgaben sind blöd und der Unterricht ist viel zu lang. Wie, ich war mehr Stunden im Kindergarten?! – Zum Glück sind wir an Diskussionen gewöhnt.

Der erste Elternabend ist auch überstanden, und weil ich verrückt bin, hab ich mich direkt zur Klassenelternsprecherin berufen lassen. Keine Ahnung, was die so machen. Aber das ist jetzt für die nächsten zwei Jahre mein Amt. Falls also jemand eine Schiedsperson für die Kommunikation zur Klassenlehrkraft braucht, meldet euch bitte hier.

Neuzugang

Wie jedes Jahr gab es bei unserem ortsansässigen Garten- und Pflanzenprofi die Schulanfängeraktion. Wer hier wohnt, weiß sofort, worum es geht: Jede:r ABC-Schütz:in bekommt einen Apfelbaum geschenkt. Oder wenn der aus ist Traube, wie ich gehört habe. – Auch nicht verkehrt, immerhin können sich gestresste Eltern dann auf Dauer selbst helfen.

Wir haben jetzt also ein Apfelbäumchen und damit unser erstes Obstbäumchen und Mio ist davon absolut angetan. Vielleicht liegt es daran, dass der Baum in seine Lieblingsecke gepflanzt wurde, aber er schaut ihn so verliebt an, dass ich mich frage, ob das nicht eigentlich eine Waldnymphe ist, die über Umwege nun bei uns gelandet ist.

Stallstatus: Es ist kompliziert.

Die Einzelteile des ehemaligen Stalls liegen wie Legosteine verteilt im Garten und warten darauf, dass jemand in einen rostigen Nagel tritt.

Samstag ging es direkt los mit dem Aufbau. Zumindest theoretisch. Nach der ersten Schraube schwächelte der Akku von unserem Geschenk zum 15. Jahrestag an uns selbst*. Das lag aber weniger am Akkuschrauber, als mehr daran, was er alles reißen musste in letzter Zeit. Kein Problem: Gibt ja den Wechselakku. Klick – klick! Und lo… Oder auch nicht. Irgendwer hat den Tauschakku nicht geladen. Also warten. Ging zum Glück dann verhältnismäßig schnell.

Am Ende des Tages haben wir mit viel Gefluche, einem Kind, das alle fünf Minuten anrufen musste, um wichtige Dinge zu erzählen, und einem ordentlichen Sonnenbrand zwei Wände hochgezogen.

Sonntag mussten wir direkt wieder eine Pause einlegen, schließlich leben wir in Deutschland, und seither geht nix vorwärts, weil der Wind zu stark ist.

Dafür haben die improvisierten Stallbretterwände bereits direkt etwas gerissen: Der besagte Wind hat sie natürlich umgeworfen und sie haben natürlich die Sonnenblumen nicht nur mitgerissen, sondern auch direkt entwurzelt. Normalerweise fallen Stämme doch auf’s Haus und nicht umgekehrt. Hier läuft wirklich immer alles anders.

Aber an sich war es abzusehen. Die Sonnenblumen waren einfach zu hübsch anzusehen und irgendeinen Grund gibt es jedes Jahr, der sie umwirft oder abknickt, sei es Max mit dem Rasenmäher, Shela, die nicht mehr bremsen kann, oder einfach der Wind. Da ist die Variante dieses Jahr direkt kreativ.

Nächstes Jahr guerillagärtner ich dann halt in einer anderen Ecke.


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Diabetic Amour Fou

Es klingt nach Liebe, die so verrückt ist, dass sie dir im wahrsten Sinn des Wortes den Zucker hochtreibt.

Und genau das ist es auch.

Wenn es bei mir Schokoladenkuchen gibt, dann ist es Schokoladenkuchen. Kein „fügen Sie einen Esslöffel Kakaopulver hinzu“, sondern ein sinnevernebelndes, insulinspaltendes Stück essbare Liebe.

Ich empfehle den Genuss in Maßen – oder in Massen? Rechtschreibung war noch nie meine Stärke.

Zutaten
  • 200 g Zartbitterschokolade (je höher der Kakaoanteil, desto schokoladiger)
  • 100 g Vollmilchschokolade
  • 200 ml Sahne
  • 100 g Butter
  • 6 Eier
  • 300 g Zucker
  • 200 g Mehl
  • Salz
  • 4 TL Backpulver
  • Chilipulver
  • 25 kg Schokostreußel, Zuckerglitzer und Fondantdeko (geschätzt – die Verzierung übernimmt hier das Kind)
Zubereitung

So lasset uns beginnen mit diesem obszönen Schokoladenaphrodisiakum:

  1. Den Backofen auf 160 °C Heißluft bzw. 180 °C Ober-/Unterhitze vorheizen. Form einfetten und mit Trinkschokoladenpulver bestäuben. Die Menge reicht locker für eine Tortenform. Nutze die Macht. Jetzt ist es eh zu spät, auf Kalorien zu achten.
  2. 100 g der Zartbitterschokolade mit der Butter im Wasserbad schmelzen.
  3. Eier mit dem Zucker schaumig schlagen. Mehl, Backpulver und 1–2 Prisen Salz unterrühren.
  4. Die leicht abgekühlte Schokobutter mit der Teigmasse verrühren und in die Form gießen. 40–45 Minuten backen.
Die Creme

Während der Kuchen im Ofen ist:

  1. Die übrigen 100 g Zartbitterschokolade mit der Sahne aufsetzen. Schokolade schmelzen lassen und mit Chilipulver sowie einer weiteren Prise Salz abschmecken.
  2. Falls zu bitter: mit etwas Zucker nachsüßen. Aber denk dran – es geht um den Schokoladengeschmack, nicht die Süße.
  3. Wenn die Creme so gut ist, dass du sie am liebsten auslöffeln würdest, stell sie schnell beiseite zum Abkühlen. Finger weg, sonst reicht es später nicht mehr.
Der Zusammenbau

Nach ca. 45 Minuten Backzeit: Stäbchentest. Stecke einen Holzspieß oder Zahnstocher in den Kuchen – wenn nichts mehr klebt, darf er raus. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Dann den Kuchen wie eine Frühstückssemmel in der Mitte durchschneiden. Untere Hälfte mit der Schokosahne bestreichen, obere Hälfte wieder draufsetzen.

Nun die Vollmilchschokolade einschmelzen und über den ganzen Kuchen verteilen.

Und jetzt der Höhepunkt: Die Kinder loslassen. Sie werden den Kuchen mit so viel Zuckerkram überziehen, dass du besser später abklopfst, was nicht von allein kleben bleibt. Diabetisch wird er so oder so.

Meine geneigte Leserschaft, mir bleibt nur zu sagen: Genießt es! Fangt mit kleinen Stücken an – nicht, dass ihr am Ende wie Liliane endet.

Male Loneliness und Nachtgedanken

Wie kann es Male Loneliness geben, in der sich Männer beschweren, dass sie keine Frauen finden, wenn es doch mehr Frauen auf der Welt gibt? Das bedeutet doch, dass es mehr Frauen ohne heterosexuelle Beziehungen gibt, und die jammern auch nicht so laut im Internet.

Feminist Monday #4

Frauen stellen mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung und doch drehen sich die Nachrichten oft nur um das Schaulaufen machthungriger Männer. Daran wird sich jetzt etwas ändern!

Jeden Montag berichte ich euch Feminist News – Nachrichten, die FLINTA* betreffen. Damit wir die Welt so sehen, wie sie ist.

USA / Kalifornien – kostenlos Menstruationsprodukte an öffentlichen Schulen

Das Gesetz “Menstrual Equity for All Act of 2021” verlangt, dass öffentliche Schulen mit Klassen in den Graden 6 bis 12 kostenlose Menstruationsprodukte zur Verfügung stellen in allen Frauen- und geschlechtsneutralen Toiletten und mindestens einer Männer-Toilette. Der Gesetzestext trat zum Schuljahr 2022-23 in Kraft.

Finanzielle Anerkennung von Care-Arbeit

Ein spanisches Gericht aus Vélez-Málaga hat entschieden, dass ein Mann seiner Ex-Frau etwa 204.624,86 Euro für 25 Jahre Hausarbeit und Kindererziehung zahlen muss. Zusätzlich zu dieser Einmalzahlung sind Unterhaltszahlungen und eine Rente vereinbart worden, um die jahrelange Care-Arbeit und unbezahlte Arbeit, die traditionell Frauen leisten, finanziell anzuerkennen. Das Urteil markiert einen wichtigen Präzedenzfall, weil es nicht nur auf Kindesunterhalt oder Ehegattenunterhalt abzielt, sondern explizit die Haus- und Familienarbeit honoriert, die oft übersehen wird.

Good News #5

Schlechte Nachrichten kann jeder. Hier gibt’s positive, überraschende und manchmal kuriose Meldungen aus aller Welt als kleinen Sonnenstrahl.


Island setzt auf Grün

In Island wird fast der gesamte Strom aus erneuerbaren Quellen erzeugt, und über 80 % der Wärmeversorgung laufen über Geothermie und Wasserkraft – ein Vorbild, wie Energie auch anders gehen kann.

National Geographic

CEIC

Government of Island

Orcas schenken „Beute“ an Menschen

In mehreren Ländern wurden wild lebende Orcas beobachtet, wie sie tote Tiere – Fische, Vögel, manchmal auch Schildkröten – an Menschen übergaben. Als kleine „Geschenke“ quasi. Forscher*innen sehen darin Anzeichen von Intelligenz, Interesse & sozialem Verhalten über Artgrenzen hinweg. (Klingt echt wie ein Wal-Kater-Geschenk – „Hier Mama, hab Fisch mitgebracht.“)

New York Post

Good News aus dem Landkreis

Manchmal sind die “Kleinen” die ganz Großen: Im Landkreis Cham wurden die leistungsstärksten Mittelschüler:innen ausgezeichnet – und beim Wettbewerb „Handwerk – Bau deine Idee“ haben junge Tüftler:innen mit selbst gefertigten Werkstücken gezeigt, was in ihnen steckt.

Das ist der Beweis: Kreativität, Fleiß und Mut zum Machen sind schon früh die beste Investition in die Zukunft. 💚

Schulamt Cham


Hast du auch gute Nachrichten, die du teilen willst? Lass es mich gern wissen!

Schulstart: Zwischen Nabelschnur und Selbstständigkeit

In Bayern haben wir nun auch die erste Schulwoche in diesem Jahr geschafft und ich weiß nicht, wie es den anderen Eltern da draußen geht, aber ich brauch dringend starke Drinks auf einer einsamen Insel.

Trotz allem ist es ein großartiges Gefühl, diese klitzekleinen Geschöpfe, die aus einem schlüpfen, wachsen, gedeihen und ihren eigenen (unfassbar starken) Willen entwickeln zu sehen.

Unseres zeigt in den letzten Wochen einen starken Drang, selbstständig zu werden – was mir als Mama oft genug nicht gefällt. Die Nabelschnur wurde bei der Geburt physisch gekappt, aber emotional sind damit weder ich noch Max wirklich durch.

Das zeigt sich in den kleinen bekannten Alltagsdramen: Ich stehe an der Tür, rufe „Zieh deine Jacke an!“, und bekomme als Antwort nur: „Mir ist nicht kalt!“ – Ja, aber mir doch! 🤦‍♀️

Spätestens da wird klar: Selbstständigkeit bedeutet auch, dass ich lernen muss loszulassen – und gleichzeitig sicherzugehen, dass sie alles dabei hat, was sie braucht.

Unsere kleine Checkliste für unterwegs

So banal diese Dinge klingen – vergisst man eins davon, merkt man sofort, wie wichtig es ist.

Warum ich auf den Avocadostore schwöre

Praktisch: All das (und gefühlt noch 350.000 andere Produkte) gibt’s beim Avocadostore.*

Egal ob Hautfarbenstifte* zum Malen, nachhaltige Kleidung*, Spielsachen*, Geschenke*, Make-Up*, Yogamatten* oder sogar Tierbedarf* – dort gibt’s wirklich alles in grün. Kein Greenwashing, sondern echte Eco-Produkte von großen Marken und kleinen Labels, die man sonst gar nicht findet.

Sicherheit & Freiheit: die Xplora X6 Play (2. Gen.)

Und weil Max bei aller Selbstständigkeit doch seine Rückversicherung braucht, haben wir uns für die Kinder-Smartwatch Xplora X6 Play (2. Gen.)* entschieden.

Damit kann sie telefonieren, Nachrichten schreiben, GPS-Standort teilen, wir können den Schulmodus einschalten (damit in der Schule nix ablenkt) und sie hat trotzdem keinen offenen Zugang zu Social Media.

Für uns Eltern ein Stück Sicherheit, für sie ein Stück Freiheit.

Damit bin ich startklar für Woche zwei – mit etwas weniger Nabelschnur, dafür mit mehr Vertrauen, Technik und ganz viel Mama-Humor.


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Pfauenhof News #5

Hier kommt dein Pfauenhof News Update!

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Bildungsdrama erster Klasse

Willkommen zurück im Irrenhaus, äh, Bildungszirkus: Das Kind hat die Manege „Schule“ betreten. Mama steht am Rand, jongliert zwischen Brotdosen, Hausaufgaben und Nerven – und fragt sich, ob sie bereit ist als Zirkuspferd aufzutreten.

Stalldrama, die Drölfzigste

Währenddessen geht’s im Garten weiter: Nach dem wetterbedingten Reinfall letzte Woche ist der alte Kasten nun endlich abgebaut. Die Einzelteile liegen dekorativ verteilt und warten nur noch auf den großen Auftritt als Hochsicherheitsknast. Fehlt eigentlich nur noch der Stacheldraht.

Urzeitdrama – Legendenstatus

In der Rubrik Urzeitdrama glänzt Raptorendame Amelie. Sie hat jetzt offiziell Legendenstatus, denn auch sie legt endlich Eier. Shela zeigt sich als erstklassige Hühnerhüttehündin und macht ihrem Jobtitel alle Ehre.

Pflegedrama

Nicht ganz so erheiternd: Der medizinische Dienst entscheidet gerade mal wieder über die Erhöhung von Opas Pflegegrad. Spannung pur, nur ohne Applaus.

zukünftiges Drama

Und weil es ohne Zukunftsvisionen nicht geht: Irgendwo zwischen Teichträumen, Schildkrötenplänen und Barracuda-Fantasien basteln wir schon am nächsten Kapitel. Vermutlich lacht außer mir niemand drüber – aber besser nur eine als gar niemand.

Wie wir zu einer KFC-Filiale im Garten kamen

Vor nicht ganz einem Jahr besuchten wir wieder eine Freundin und während ich mich mit ihr unterhielt, beobachteten Max und unser Kind begeistert die Hühner in ihrem Garten.

Hühner sind schon ein tolles Volk: Nicht besonders helle, aber immerhin quasi die Nachfahren von Dinosauriern. Wer findet Dinos bitte nicht cool?! Und so erlagen sie innerhalb kürzester Zeit dem Charme dieser gefiederten Mini-Raptoren.

Bereits auf dem Heimweg ging es los: „Die sind so süß!“, „Hast du gesehen wie…“, „Die legen Eier!“ Ja, ach ne. Hühner legen Eier, haben Federn und scharren lustig in der Erde. Ganz neue Einsichten.

Immer wieder erklärte ich ihnen mit Engelsgeduld, dass Hühner nicht nur posierlich sind, sondern auch viel Arbeit machen, einen Stall brauchen, den ganzen Garten in einen Acker verwandeln und so weiter. Keine Chance.

„Bitte! Nur ein einziges!“

Nach zwei Wochen Psychofolter gab ich also nach. Eine Henne allein ist Tierquälerei, also brauchen wir zwei. Aber nicht mehr, kein Hahn und ich kümmere mich nicht darum!

Großer Jubel bei meiner Familie und ich sagte meiner Freundin Bescheid. Wenn ihre Hühner wieder brüten, darf sie uns auch zwei Hennen reservieren.

Es kam der Winter und endlich wurde es wieder Frühling. Mit den wärmenden Sonnenstrahlen kam auch die Nachricht, dass es ein neues Gelege gibt. Ich informierte meinen Mann und bekam zur Antwort ein überraschtes Gesicht. „Wie? Warum Hühner? Hätten wir darüber nicht erst einmal sprechen sollen?!“

Na, super! Das begann ja schon großartig. Mein Kopf explodierte. Wie ein Vulkan ergoss ich Feuer und heiße Lava auf alles um mich herum und verteilte Aschewolken über den Himmel. Ich war dezent angefressen.

Immerhin half diese kurzzeitige Sonnenverdunklung der Erinnerungsfähigkeit meines Göttergatten und das Kind begann zu jubeln.

Nach 21 Tagen war es endlich so weit: Die Küken schlüpften. Allerdings nur drei aus zehn Eiern. Dafür wirklich süße kleine Flauschbälle.

Wieder wurde überlegt und diskutiert und schließlich beschlossen wir alle drei zu nehmen – wenn nur mindestens zwei davon Mädchen waren.

Während die Babys wuchsen und ihre Mama auf Trab hielten, machten Max und das Kind Pläne für einen Hühnerstall. Als sie nach ungefähr drei Monaten schließlich zu Teenies wurden, waren meine Freundin und ich uns sicher: Die beiden dunklen sind eindeutig Mädels, der silberne ist definitiv ein Kerlchen.

Ich kaufte also einen Stall und baute ihn auf, damit am folgenden Tag Konrad, Frieda und Christl, a.k.a. KFC, einziehen konnten.

Ja, es ist einfach wunderbar: Sie sind verschmust, haben Flauschepopos und bringen Stimmung in den Garten. Besonders schön auch der Moment, als ich bei geöffneter Terrassentür auf der Couch einschlief und geweckt wurde, weil mich ein Huhn von der Rückenlehne herab ankackte. Ja, doch – ich hab sie in mein Herz geschlossen.

Doch dann passierte es: Das erste Krähen. Na, ja. Bei einem Hahn muss man damit rechnen. Und irgendwie war das anfängliche Stimmbruchgekrächze auch ehrlich gesagt schon witzig. Bis ich bemerkte: Das war nicht Konrad. Das war Frieda. Äußerlich gab es noch nicht viel Unterschied, nur dass Konrad am stämmigsten war.

Die nächste Zeit wurde zur Zitterpartie. Hoffentlich fängt Konrad nicht auch an. Hoffentlich stellt sich raus, dass Konrad eine Henne ist.

Während Frieda nun einen Wachstumsschub machte, sein Kamm schwoll, das Gefieder sich ausbildete, sein Krähen sich festigte, wurde es immer deutlicher: Konrad war tatsächlich eine wunderschöne junge Dame. Dafür machte Christl dieselben Veränderungen durch wie Frieda. Frieda wurde ein testosterongetränkter Alpha-Gockel – und Christl sein bodybuildender Wingman.

Großartig. Einfach großartig.

Henne Konrad war nun also allein mit den zwei Hähnen Frieda und Christl, die jeder für sich genug Testosteron für einen Zuchthengst hatten. Ich als Frau wollte ihm/ihr das nicht antun, also wurde wieder der Familienrat einberufen und beschlossen, wir brauchen noch mindestens eine weitere Henne. Damit diese aber möglichst stressfrei in die bestehende Gruppe integriert werden kann, sollten immer zwei sich bekannte Tiere zusammen neu ankommen. Also zwei Hennen.

Wir fuhren also bei der nächsten Gelegenheit auf den Markt des Kleintierzuchtvereins und durchsuchten zwischen alten Männern auf der Suche nach Anerkennung die Käfige nach zwei geeigneten Damen, bis wir fündig wurden: Gleiche Rasse, ungefähr im selben Alter wie unsere Clique und damit bereits ersichtlich zu 100% Hennen ohne überraschende Geschlechtstransformation. Bei Menschen komme ich damit wirklich problemlos klar, aber bei Geflügel stresst mich das etwas.

Lola und Amelie, wie die beiden getauft wurden, brauchten etwas Zeit, bis sie sich komplett in die bestehende Gang integrierten. Es gab keine Kämpfe oder Attacken, worüber ich schon sehr froh war, aber es stellt sich raus, dass Hühnerteenies elendige Mobber sind. Den fünf zuzuschauen war teilweise, als schaute man eine amerikanische Highschool-Komödie aus den 00er Jahren. Shela fühlte sich oft genötigt, ein Machtwort zu sprechen.

Aber eine Coming of Age Geschichte braucht mehr Drama als nur Mobbing.

Eines Sonntagmorgens wurde ich wieder unsanft geweckt: Das Kind stand kurz vor sieben Uhr weinend vor mir: „Mama! Schnell, steh auf! Papa will Frieda schlachten!“ Mein Max schlachtet eigenhändig kein Tier, also war es für mich weniger eilig als für das Kind, aber ich beeilte mich seinetwegen natürlich trotzdem.

Max stand auf der Terrasse, Gartenschlauch in der Hand, sein Gesicht war tatsächlich wutverzerrt.

Frieda hatte in der Früh um vier angefangen lauthals zu krähen und nicht mehr aufgehört. Er hatte damit nicht nur Max aufgeweckt, sondern auch die Nachbarin war um fünf Uhr schon im Schlafanzug vor der Tür gestanden und hatte meinen armen Mann rund gemacht, der doch absolut auf ihrer Seite war.

„Entweder du machst ihn aus, oder ich schlachte ihn!“ Er spritzte mit dem Gartenschlauch nach dem aufgeregten Hühnchen, das sich trotz allem weigerte, still zu sein.

Ich packte den aufgebrachten Gockel (Frieda, nicht Max) in die Katzenbox, stellte sie ins Wohnzimmer und warf eine Decke darüber, wie ich es mit Fritz in seiner Voliere mache, wenn er nachts aufdreht. Das war nicht die eleganteste Lösung, aber zumindest gab es dem Hahn und mir einen Aufschub des Todesurteils und ich konnte mich beraten lassen.

Meine Freundin und alle Hühnerhalter:innen in meinem Umfeld wussten keine praktikable Lösung, Google schlug eine Kastration vor – die in Deutschland streng verboten ist.

Also blieb als einzige Option Suppenhuhn.

Ich sah mich schon mit einem Beil in den Garten gehen, dabei wollte ich doch, dass der Pfauenhof ein sicherer Ort für alle wird. Und mindestens genauso schlimm: Wenn Frieda dann ein Brathähnchen ist, gibt es immer noch Christl.

Christl, das Lieblingskuschelhuhn vom Kind, war bisher still, aber was ist, wenn der Chef der Truppe abdanken muss?

Max war das egal. Hauptsache Kopf ab. Schlafdefizit und schimpfende Nachbarn hatten ihren Beitrag erfüllt.

Ich handelte einen Deal aus: Frieda kommt eine Nacht ins Haus und wir schauen, was passiert. Frieda übernachtete also im Keller.

Wie zu erwarten war, übernahm Christl die vakante Stelle und ersetzte Frieda fast ebenbürtig, wenn auch erst um fünf Uhr morgens. Das Kind fing direkt wieder an zu weinen: Ihr Lieblingshuhn durfte nicht in Marinade enden!

Frieda aber, noch im Keller verweilend, wurde erst gegen sieben munter und krähte nur ein, zwei Mal, kaum in der Wohnung vernehmbar.

Max lechzte noch immer nach Blut, aber ich konnte das Kind beruhigen: Es gibt offensichtlich eine Lösung für alle. Und sie war weniger kompliziert als erwartet.

Nun haben wir also mit fünf Hühnern eine ganze Filiale von KFC L.A., auf die McDonald’s sicher neidisch wäre.

Tagsüber machen sie mit ihren Puschelpopos den Garten unsicher und halten die Katze auf Trab, nachts gibt es eine strikte Geschlechtertrennung mit den drei wunderschönen Damen in der Hühnervilla und den beiden strammen Herren im Keller. Dort unten futtern sie Leckereien, kuscheln und krähen so viel sie wollen, ohne die Nachbarn oder Max zu belästigen.


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