2. Rauhnacht: 26. Dezember

Februar · Innere Führung & inneres Licht

Die zweite Rauhnacht steht symbolisch für den Februar.
Für innere Führung, für das leise Wissen darum, was dir guttut – und was nicht.

Beginne den Tag, wenn möglich, bewusst.
Notiere dir nach dem Aufwachen deine Träume im Notizbuch.
Falls du dich nicht erinnerst, halte stattdessen fest, welche Gedanken und Gefühle beim Aufwachen da waren. Auch das ist eine Form innerer Stimme.

Wie an den anderen Rauhnächten kann eine Räucherung den Tag begleiten.
Nicht als Pflicht, sondern als Zeichen: Jetzt beginnt etwas Eigenes.
Beobachte den Rauch. Das Licht. Die Stille.

Diese Rauhnacht ist den Vorfahren gewidmet.

Du kannst ihnen auf unterschiedliche Weise gedenken:

  • bei einem Besuch auf dem Friedhof
  • mit einer Kerze zu Hause
  • beim Betrachten alter Familienfotos
  • durch das Zeichnen oder Studieren eines Stammbaums

Du musst deine Ahnen nicht gekannt haben, um ihnen zu danken.
Es reicht zu wissen: Ohne sie wärst du nicht hier. Nicht mehr. Nicht weniger.

Wenn du magst, sprich mit ihnen, als wären sie anwesend.
Sag Dank. Stell Fragen. Sag auch, was schwer war. Oder was dich ärgert.
Alles darf da sein.

Im weiteren Verlauf des Tages kannst du den Blick auf dein eigenes Leben richten.
Auf das vergangene Jahr – und, wenn es sich stimmig anfühlt, auch auf frühere Abschnitte.
Nicht, um zu urteilen. Sondern um innerlich Frieden zu schließen.

Diese Rauhnacht eignet sich besonders für Vergebung.

  • anderen gegenüber
  • dir selbst gegenüber
  • und auch für das Bitten um Verzeihung

Das muss nicht persönlich geschehen.
Du kannst Gedanken oder Namen aufschreiben und den Zettel anschließend verbrennen.
Nicht als Drama, sondern als Zeichen des Loslassens.

Als Ausgleich darf heute etwas Kreatives entstehen.
Schnitzen, malen, schreiben, formen – etwas, das aus deinen Händen kommt und nichts leisten muss.

Wenn es etwas Unerledigtes gibt, das sich heute gut abschließen lässt, ist dies ein passender Moment dafür. Klein reicht. Vollständig zählt mehr als groß.

Beende den Tag wie gewohnt mit einem Eintrag in dein Notizbuch:

  • Was hat sich heute gezeigt?
  • Welche Erinnerungen oder Gefühle waren präsent?
  • Gab es einen Moment von innerem Licht oder Klarheit?

Vielleicht findest du auch heute etwas, das diesen Tag symbolisiert und deinem Notizbuch beigelegt werden möchte.

1. Rauhnacht: 25. Dezember

Januar · Neubeginn & Abschluss

Die erste Rauhnacht steht symbolisch für den Januar.
Für Anfänge – und für den bewussten Abschluss dessen, was hinter dir liegt.

Traditionell beginnt diese Nacht mit einer Räucherung der Wohnung, des Hauses oder der Ställe. In alten Überlieferungen sollte der Rauch schützen, reinigen und das Alte verabschieden.
Unabhängig davon, woran du glaubst, ist das Räuchern vor allem eines: eine Einladung zur Stille.

Beobachte den Rauch.
Wie er sich bewegt, verzieht, verschwindet.
Vielleicht erkennst du nichts Konkretes. Vielleicht taucht ein Gedanke auf. Beides ist richtig.

Äußere Unordnung wirkt oft nach innen.
Deshalb gehört zu dieser Rauhnacht auch ein schlichtes, ehrliches Aufräumen. Kein Großputz. Kein Perfektionismus.
Nur so viel, dass du spürst: Hier darf etwas neu beginnen.

Nach der äußeren Reinigung folgt die innere.

Nimm dir Zeit, die kommenden Tage bewusst zu betrachten.
Was möchtest du in den Rauhnächten pflegen oder vertiefen?
Mögliche Begleiter können sein:

  • Affirmationen
  • ein kleiner Medizinbeutel
  • Räuchermischungen
  • Zeit in der Natur
  • Meditation oder stille Momente

Wähle wenig. Und wähle passend für dich.

Zum Abschluss des Tages notiere dir vor dem Einschlafen einige Gedanken in deinem Rauhnächte-Notizbuch:

  • Warst du heute draußen in der Natur?
  • Welche Gedanken oder Gefühle waren präsent?
  • Wie ging es deinem Körper?
  • Ist dir etwas Besonderes aufgefallen?

Vielleicht findest du heute auch einen kleinen Gegenstand, den du deinem Notizbuch beilegen möchtest.
Etwas, das diesen Tag für dich symbolisiert.

Die Rauhnächte – Gemeinsam durch die Zeit zwischen den Jahren

Die Zeit zwischen den Jahren ist eine besondere Zeit.
Heute besteht sie oft aus einer Mischung aus Familienbesuchen, gutem Essen, Herumliegen und diesem merkwürdigen Gefühl von Leerlauf.
Dazwischen kurze Aufregung, wenn einem einfällt, dass man noch kein Geschenk für Onkel Ralf hat oder plötzlich für eine Silvesterfeier zugesagt wurde.

Für unsere Ahnen war diese Zeit mehr als nur ein Übergang im Kalender.
Sie galt als Schwellenzeit. Als Phase zwischen dem Alten und dem Neuen, in der das Gewohnte stillsteht und sich der Blick weitet. Die Grenzen zur Anderswelt galten als dünn, das Unsichtbare als näher.

Ob man daran glaubt oder nicht, ist zweitrangig.

Die Rauhnächte laden dazu ein, den Blick vom Außen nach innen zu richten.
Zur Ruhe zu kommen. Wahrzunehmen. Loszulassen, was nicht mit ins neue Jahr soll.
Du musst nicht an Geister oder Zeichen glauben, um dir selbst zuzuhören.

Dieser Rauhnächtekalender ist eine Einladung zu einer zwölfnächtigen Reise durch das symbolische Jahr der Rauhnächte.
Mit Impulsen für Achtsamkeit, Naturverbundenheit und Gemeinschaft.
Ohne Druck. Ohne richtig oder falsch. In deinem Tempo.

Wenn du tiefer in die Hintergründe der Rauhnächte eintauchen möchtest, empfehle ich dir von Herzen das Buch „Rauhnächte – Die geheimnisvolle Zeit zwischen den Jahren“ von Elfie Courtenay.*


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Danke! 💚

24. Dezember

Dieser Adventskalender war für uns mehr als nur Bilder und Tage.
Er war Begegnung, Austausch, Lächeln – und manchmal auch Innehalten.

Der Pfauenhof steht für Menschlichkeit, Nähe und echtes Miteinander.
Dieser Adventskalender war ein kleines Stück davon.

Danke, dass ihr dabei wart.
Danke für euer Vertrauen, eure Zeit und eure Offenheit.

Wir wünschen euch ruhige, kraftvolle Feiertage
und einen Jahreswechsel, der euch gut behandelt.

Danke, dass ihr diesen Weg ein Stück mit uns gegangen seid.

Schön, dass es euch gibt.

23. Dezember

Später erzählen sie von Engeln.
Ich erinnere mich an Kälte.

Wir hatten keinen Platz.
Nicht, weil wir zu stolz waren oder zu wählerisch.
Sondern weil Platz immer denen fehlt, die ihn am dringendsten brauchen.

Ich habe nicht gebetet, dass es schön wird.
Ich habe geschaut, dass es reicht.
Dass das Kind warm liegt.
Dass wir bleiben können.

Tiere waren da.
Menschen auch.
Kein Komfort, aber Verantwortung.

Weihnachten wird gern als Wunder erzählt.
Für mich war es Arbeit.
Und die Entscheidung, nicht zu warten, bis jemand anderes Platz macht.

Vielleicht beginnt genau dort etwas, das trägt.
Nicht im Glanz.
Sondern im Aushalten.
Im Dableiben.
Im Sorgen.

22. Dezember

Einsiedlers Heiliger Abend

Joachim Ringelnatz

Ich hab’ in den Weihnachtstagen –
Ich weiß auch, warum –
Mir selbst einen Christbaum geschlagen,
Der ist ganz verkrüppelt und krumm.

Ich bohrte ein Loch in die Diele
Und steckte ihn da hinein
Und stellte rings um ihn viele
Flaschen Burgunderwein.

Und zierte, um Baumschmuck und Lichter
Zu sparen, ihn abend noch spät
Mit Löffeln, Gabeln und Trichter
Und anderem blanken Gerät.

Ich kochte zur heiligen Stunde
Mir Erbsenuppe mit Speck
Und gab meinem fröhlichen Hunde
Gulasch und litt seinen Dreck.

Und sang aus burgundernder Kehle
Das Pfannenflickerlied.
Und pries mit bewundernder Seele
Alles das, was ich mied.

Es glimmte petroleumbetrunken
Später der Lampendocht.
Ich saß in Gedanken versunken.
Da hat’s an die Türe gepocht.

Und pochte wieder und wieder.
Es konnte das Christkind sein.
Und klang’s nicht wie Weihnachtslieder?
Ich aber rief nicht: »Herein!«

Ich zog mich aus und ging leise
Zu Bett, ohne Angst, ohne Spott,
Und dankte auf krumme Weise
Lallend dem lieben Gott.

20. Dezember

Weihnachten ist zum Greifen nah – und deshalb wird es Zeit für ein kleines Geschenk von mir für euch:

Mein meisterhaftes, viel gerühmtes und bislang ungeschlagenes Waffelrezept.

Es ist schnell gemacht, zum Einfrieren geeignet und schmeckt das ganze Jahr nach Liebe.

Zutaten:
  • 2 EL Zucker
  • 50g zimmerwarme Butter
  • 1 verquirltes Ei
  • 1 Pck. Vanillezucker
  • 1 Fläschen Rumaroma
  • 100g Mehl
  • 100ml Milch
  • 1 Msp. Backpulver
  • Zimt oder Mixed Spices – nach Geschmack
Anleitung:
  • Das verquirlte Ei mit Zucker und Butter glatt verrühren, bis eine schaumige Masse entsteht.
  • Vanillezucker und Rumaroma unterrühren.
  • Mehl und Backpulver hinzufügen und gut vermengen. Der Teig wird jetzt etwas klebrig.
  • Nach und nach die Milch unterrühren, bis eine glatte, weiche Konsistenz entsteht.
  • Zimt oder Mixed Spices unterheben.
  • Den Teig portionsweise im heißen Waffeleisen goldbraun backen und am besten sofort heiß servieren.

Zum Schluss nur noch Puderzucker, Obst, Schoko- oder Karamellsauce – und fertig ist ehrliches Soul Food, das alle an den Tisch zieht.

18. Dezember

Keine Lust auf Debatten unter dem Christbaum? Ich liefere euch Fun Facts zum Fest der Liebe, die ihr als Ablenkungsmanöver nutzen könnt, wenn Tante Agathe und Opa Helmut einen sitzen haben.


Früher hängte man an den Weihnachtsbaum nicht Glasschmuck und Lichterketten, sondern Äpfel, Nüsse und Süßigkeiten, die nach Heiligabend geplündert wurden. Die erste dokumentierte Glaskugel stammte aus Lauscha, weil ein armer Glasbläser sich keine Äpfel zum Schmücken leisten konnte. Welch Ironie! Irgendwann kamen auch Wachskerzen dazu, die heutzutage meist durch die elektrische Lichterketten ersetzt wurden. Trotzdem gehen immer noch jedes Jahr knapp 15.000 deutsche Weihnachtsbäume in Flammen auf und halten unsere Feuerwehren auf Trab.

Der Baum am Trafalgar Square in London kommt übrigens jedes Jahr extra aus Norwegen. Der lange Weg ist kurz erklärt: Auf diese Weise bedanken sich die Norweger jedes Jahr bei den Briten für die Unterstützung im Zweiten Weltkrieg.

Rentiere können UV-Licht sehen, um Flechten besser im Schnee finden zu können. Außerdem lebt der Weihnachtsmann von Frauenpower: Die männlichen Rentiere werfen ihre Geweihe bereits nach der Brunft vor Weihnachten ab, die Weibchen behalten ihres bis ins Frühjahr. Schonmal ein Bild vom Rentierschlitten gesehen? Die haben alle an Weihnachten ihr Geweih auf dem Kopf.

Rudolph ist also nicht echt, aber woher kommt seine Geschichte? Eigentlich ist er nur ein süßer Influencer. 1939 wurde er von dem Werbetexter Robert L. May erfunden, um ein Malbuch vom Kaufhaus Montgomery Ward besser zu verkaufen.

„Xmas“ ist keine trendige Abkürzung für „Christmas“ und es soll auch nicht „Crossmas“ bedeuten. Nicht mal mit dem Kreuz Christi hat es was zu tun. Das X steht für das griechische „Chi“, dem ersten Buchstaben von „Christus“. Es ist also eine traditionellere Schreibweise als man denkt.